Wissenswertes: Kaffeeanbau

Wieso, Weshalb und warum eigentlich?

In unserem neuen Blogeintrag geht es um die Botanik des Kaffees, besser gesagt, um den Kaffeeanbau - von der Entstehung bis hin zur Ernte, ein weiterer Blogeintrag, welcher bald auf unserer Seite zu finden sein wird. Los geht’s mit ein paar Wissenswerten Informationen rund um die Kaffeepflanze. Die Kaffeepflanze, in dem Fall die Gattung Coffea gehört zur Pflanzenfamilie der sogenannten Rubiazeen, auch Rötegewächse genannt. Zu dieser Pflanzenfamilie gehören nach der botanischen Systematik ca. 500 Gattungen mit über 6.000 Arten. In der Gattung Coffea sind zahlreiche mehrjährige Sträucher und Bäume, die bis zu 15 Meter hoch und über 50 Jahre alt werden können, vertreten. Nicht alle davon speichern Koffein in ihren Samen und einige haben auch nur eine sehr entfernte Ähnlichkeit mit den uns bekannten Kaffeepflanzen. Von wirtschaftlicher Bedeutung sind aber nur zwei Kaffeearten: Coffea Arabica mit rund 61 Prozent der Weltkaffeeproduktion und Coffea Canephora mit 39 Prozent, wozu auch Robusta zählt. Zu nennen sind aber auch noch zwei weitere Sorten, Coffea Liberica und Coffea Excelsa, beide sind aber eher von geringer Bedeutung.

 

Der Anbau der beiden Gattungen bringt auch Unterschiede mit sich, Coffea Arabica gedeiht in Höhenlagen von 400 bis 2.100 Metern bei Temperaturen zwischen 18° bis 25° Grad Celsius bei einer Luftfeuchtigkeit von rund 75 Prozent. Ganz anders die Coffea Canephora, sie wächst in Lagen von Null bis 900 Metern, zwischen 24° bis 28° Grad Celsius bei einer Luftfeuchtigkeit bis nahezu 100 Prozent.

 

Alle Coffea Arten sind bis auf die Coffea Arabica auf Fremdbestäubung durch Insekten, oder Wind für die Fortpflanzung angewiesen. Coffea Arabica kann sich als einzige ihrer Art selbst bestäuben. An einer ausgewachsenen Arabica Pflanze können dann bis zu 40.000 Blüten wachsen und erst sieben bis neun Monate nach der Bestäubung entwickeln sich die ersten Kaffeekirschen.

 

Jede Kaffeepflanze findet ihren Anfang in der sogenannten „Kaffeeschule“, dort werden sie in kleinen Töpfen gezogen und nach einigen Monaten, je nach Sorte mit einem Abstand von einem bis drei Meter gepflanzt. Die ersten Kaffeekirschen trägt ein Kaffeebaum erst nach drei bis fünf Jahren, generell werden diese nur zwanzig Jahre alt, wobei ein wildwachsender Kaffeebaum bis zu fuchzig Jahre alt werden kann. Eigentlich kann jeder Kaffeestrauch eine Höhe bis zu fünfzehn Metern erreichen, jedoch werden diese auf den Plantagen durch ständigen Rückschnitt auf ca. zwei bis drei Meter strauchförmig gehalten. Warum? Ganz einfach, einerseits dient es der Erleichterung der Ernte und andererseits wird so die Kraft der Pflanze direkt in die Früchte / Kaffeekirschen weitergeleitet, was wiederrum für bessere Erträge sorgt.

 

Aber wie sieht er denn jetzt eigentlich aus, dieser Kaffeestrauch?

Wir wissen bereits, dass ein Strauch auf einer Plantage eine Höhe von rund zweieinhalb Metern hat. Er ist mit lang auslaufenden, rutenförmigen Zweigen besetzt, an jedem Zweig befinden sich die kurzstieligen, immergrünen, länglichovalen Blätter. Die Blätter greifen sich lederartig an und haben auf der Oberseite eine dunkelgrüne und auf der Unterseite eine hellgrüne Farbe. Die fünfgliedrige Kaffeeblüten sitzen meist in den Blattachseln, sie haben eine weiße Farbe und erinnern mit ihrem Duft, der Form und der Farbe ein wenig an Jasmin. Die Blüte ist nur wenige Stunden befruchtungsfähig und verblüht nach einer relativ kurzen Zeit, nach vier Tagen fallen bereits die Blüten wieder ab. Die Blüte wächst erst in der ersten Trockenperiode nach den Regenfällen. Nach einer erfolgreichen Befruchtung der Kaffeeblüten entwickeln sich zwei Samenkerne, die Kirsch ähnlichen Früchte des Kaffeebaums. Die Farbe der Kaffeekirschen wechselt während ihrer Reifephase von grün, über gelb, orange bis zu rot. Im überreifen Zustand verändern sie ihre Farbe zu schwarz. Kaffeesträucher können gleichzeitig Kaffeeblüten, sowie Kaffeekirschen tragen.

 

Grundsätzlich kann man zwischen zwei verschiedenen Anbaumethoden unterscheiden, der Mono- beziehungsweise Mischkultur. Bei einer Monokultur werden ausschließlich Kaffeesträucher gepflanzt. Anders bei der Mischkultur, hier werden zwischen schattenspenden Pflanzen, wie Maniok, Zitrone, Banane und Papaya angebaut. Sie liefern mit Hilfe ihrer großen Blätter genügend Schatten für die Sträucher, welche ein ausgeglichenes Klima ohne extreme Temperaturschwankungen bevorzugen. Idealerweise benötigen sie jährlich eine Niederschlagsmenge von 1.500 bis 2.000 Millimeter. Beträgt die Niederschlagsmenge allerdings weniger als 1.000 Millimeter, dann müssen die Pflanzen zusätzlich künstlich bewässert werden. Die Caffea Canephora ist grundsätzlich unempfindlicher also die Arabica Pflanze, sie gedeiht auch in regenreichen Regionen und Gegenden mit einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit.

 

Gibt es eigentlich auch natürliche Feinde der Kaffeepflanze?

Wie bei jeder anderen Pflanze gibt es auch bei den Kaffeesträuchern bestimmte Schädlinge. Wir unterscheiden hierbei zwischen zwei verschiedenen Schädligen, einmal dem „Kaffeerost“, auch Hemileia vastatrix genannt. Dabei handelt es sich um einen Pilz, welcher die Pflanze befällt. Bekämpft wird dieser Pilz mit Hilfe durch Spritzen von Fungiziden, sowie der Aufzucht von widerstandsfähigeren Pflanzen. Sind Plantagen davon betroffen, müssen sie meist komplett aufgegeben werden.

Ein weiterer Schädling ist der Kaffeekirschenkäfer, auch Broca Käfer genannt. Ursprünglich stammt der zwischen 1,2 und 1,9 Millimeter große, schwarze Käfer aus Afrika, mittlerweile ist er aber weltweit verbreitet. Er verursacht keine Schäden an Blättern, Zweigen oder Stämmen, sondern stürzt sich direkt auf die Kaffeekirsche. Er bohrt sich in das Fruchtfleisch der Kirsche und befällt somit die Bohne von innen, die weiblichen Käfer legen dann zwischen 31 und 119 Eier ab. Zur effektiven Bekämpfung des Bohrers wird dann der endoplasmatische Pilz Beauveria Bassiana - ein natürliches und organisches Mittel verwendet, welches den Käfer im inneren parasitiert und abtötet.

 

Und wo wird denn nun überhaupt Kaffee angebaut?

Grundsätzlich gedeiht Kaffee in subtropischen Verhältnissen am besten, welche wir zwischen dem 23° des nördlichen Breitengrades und dem 23° Grad des südlichen Breitengrades finden. Der sogenannte Kaffeegürtel verfügt das ganze Jahr über ausgeglichene klimatische Bedingungen. Der Kaffeeanbau kann sich aber auch bis zu dem 28° Grad nördlicher und südlicher Breite ausweihten. Derzeit wird in rund 84 Ländern Kaffee mit mehr oder weniger wirtschaftlichen Erfolg angebaut. Die wohl wichtigsten Produktionsländer sind Nord-, Mittel- und Südamerika, gefolgt von Afrika, Asien und Ozeanien. Wobei Brasilien das größte Anbauland weltweit ist. Gefolgt von Vietnam und Kolumbien. Die kleinsten Anbauländer sind die Cookinseln, Gran Canaria und die Kapverdischen Inseln. Zum Vergleich: Während die Durchschnittsproduktion im Jahr auf den Cook Inseln gerade mal 50 Säcke á 60kg beträgt, produziert Brasilien jährlich über 41 Millionen 60kg Säcke im Jahr, was wiederrum 35% der weltweiten Kaffeeproduktion beträgt.

 

Information: In einem unserer nächsten Blogeinträge gibt es eine Fortsetzung bezüglich der Ernte, der Aufbereitung und der unterschiedlichen Kaffeesorten.

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