#Filterkaffee - Vergleich verschiedener Filterpapiere. Welche Unterschiede gibt es da eigentlich?

Schon seit hunderten Jahren konsumieren die Menschen auf der Welt Kaffee. Eine Zubereitungsmethode, die in den letzten Jahren ein großes Comeback in Spezialitätencafés und unter Kaffeeliebhabern feiert, ist die mit dem Handfilter. Durch seinen klaren leichten, aber dennoch kräftigen Geschmack und den herausgefilterten Bitter- und Schwebstoffen, erfreut sich der Filterkaffee an weiter steigender Beliebtheit in der internationalen Kaffeeszene.

 

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Der Ursprung des Filterpapiers

 

 

Ursprünglich stammt der Papierfilter, den wir heute alle kennen tatsächlich aus Deutschland. 1907 störte sich Melitta Bentz aus Dresden am Kaffeesatz in ihrer Tasse. Darum setzte sie sich näher mit dem Thema auseinander. Sie begann kurzerhand Löcher in eine Blechdose zu bohren und probierte etliche verschiedene Materialien aus. Schlussendlich verwendete Melitta Bentz ein Löschpapier aus dem Schulheft ihres Sohnes, welches Sie in Form schnitt und auf den Boden des Blechbehälters legte. Somit ist die uns heute geläufige Melitta Filtertüte entstanden. 1908 ließ sich Bentz ihr neues Filterpapier patentieren und startete den damals noch familiengeführten Betrieb. Inzwischen ist der Betrieb ein weltweit agierendes Großunternehmen.

Doch wie bei den vielen Zubereitungsmöglichkeiten des Filterkaffees gibt es auch einige Unterschiede bei den Filterpapieren. Inspiriert vom internationalen Kaffeeexperten James Hoffmann haben unsere Baristas Robin und Dominik die verschiedenen V60 Filterpapiere aus unserem Shop detailliert und unter folgenden Kriterien verglichen. Doch was bedeutet überhaupt V60? V60 steht für eine V-Form des Filters mit einem Neigungswinkel von 60°. Nachdem nun hoffentlich alle Begrifflichkeiten und Fakten geklärt sind, kommen wir zu unserem Vergleich. Viel Spaß!

 

Welche Produkte stehen zum Vergleich?

 

Hario V60 Filterpapier, Chemex Filterpapier, CAFEC Abaca Filterpapier, Slow Coffee Style Filterpapier Kinto, Sibarist Filterpapier sowie die Melitta Filtertüten.

 

 

Material und Textur

 

Hario V60: Der V60 Handfilter von Hario  besteht aus einem sehr hochwertigen japanischen Papier. Es ist Sauerstoff gebleicht und sticht durch seine feinen Poren und der hohen Dichte gegenüber den anderen Kaffeefiltern heraus.

 

Chemex Filterpapier: Der Chemex Filter ist circa 20-30% dicker als die anderen Filterpapiere. Es ist sehr feinporig und Sauerstoff gebleicht. Durch die Dicke des doch speziellen Papiers werden die natürlichen Schwebstoffe und Öle des Kaffees perfekt gebunden und herausgefiltert. Das sorgt für ein sehr aromatisches und absolut nicht bitteres Endresultat. Ferner spricht man bei der Chemex von einer eigenen Zubereitungsmethode, da gerade bei Specialty Coffee der volle Geschmack entlockt wird.

 

CAFEC Abaca: Das CAFEC Abaca Filterpapier besteht im Gegensatz zu anderen Handfiltern aus einem sehr dünnen Papier, welches aus einer Mischung aus Manila Hanf (Abaca) und Holzzellstoff gefertigt wird. Das sehr elastische Papier ist biologisch abbaubar und schonend Sauerstoff gebleicht. Vom Handgefühl ähnelt es dem Papier von Hario, wobei das CAFEC Papier immer noch deutlich dünner und eine Spur flexibler erscheint. Die Porung ist, verglichen mit den Handfiltern von Hario und Kinto doch etwas gröber.

 

Kinto Slow Coffee Style Filterpapier: Das Filterpapier von Kinto aus der Slow Coffee Style Serie besteht aus einer Mischung aus Baumwoll- und Holzcellulose. Auch dieses Papier ist sehr feinporig und eher dünn. Im Vergleich zu den Papieren von CAFEC und Hario ist der Filter aber doch um eine Nuance dicker. Es macht dennoch einen hochwertigen Eindruck und passt absolut zur Philosophie der Kinto Slow Coffee Style Serie: einen langsamen, bedächtigen Lebensstil vermitteln.

 

 

Sibarist Filterpapier: Das Sibarist Filterpapier wird aus 100% biologisch angebauten Rohstoffen in Barcelona produziert. Der Filter fühlt sich fast stoffartig an und hat wohl die feinsten Poren der von uns getesteten Filter, was für eine schnellere Abflussgeschwindigkeit sorgt. Ähnlich wie die Filter von CAFEC bestehen die Filter aus Abaca-Hanf, Cellulose Fasern und Polymilchsäure (Bio-Kunststoff). Der Filter ist nur ungemein dicker als der CAFEC-Filter.

 

Melitta Filtertüte: Die älteste Variante des des Kaffeefilters besteht aus einem dickeren ungebleichten Papier. Verglichen mit den anderen Filtern fühlt sich das Papier deutlich dicker an (ausgenommen der Chemex Filter). Auch die Porung ist weitaus gröber als die Varianten von beispielsweise Kinto oder Hario. Man merkt sofort, dass es sich hierbei eher um ein Alltagsprodukt handelt.

 

 

Geschmack

 

Kommen wir zum Geschmacksvergleich. Wir haben alle Filter 10 Minuten im heißen Wasser ziehen lassen und im Stile des Cuppings, inspiriert von James Hoffmanns Filtervergleichsvideo, verkostet. Zu welchem Ergebnis wir kamen folgt:

 

Hario V60: Beim Hario V60 Filterpapier sticht anfangs eine leichte holzige Süße heraus. Dennoch bewerten wir den Geschmack als relativ neutral.

 

Chemex: Das Chemex Papier hat einen doch eher starken Papiergeschmack. Man darf natürlich nicht vergessen, dass der Papierfilter deutlich dicker als seine Kontrahenten ist. Deshalb würden wir den Geschmack auch als recht neutral bewerten.

 

CAFEC: Das dünnste Papier im Bunde hat uns sehr überzeugt. Man schmeckt praktisch überhaupt keinen Papiergeschmack heraus.

 

Kinto: Beim Filter aus der Slow Coffee Style Serie sticht eine sehr säuerliche Note heraus. Generell würden wir den Geschmack eher als schal bezeichnen.

 

Sibarist: Der Handfilter von Sibarist hat kaum einen Nachgeschmack. Er ist beinahe geschmacksneutral, lediglich eine ganz leichte Süße ist bemerkbar.

 

Melitta: Bei der Filtertüte dominiert der ausgeprägte Papiergeschmack. Es ist anzumerken, dass es sich hierbei um einen Filter handelt, der üblicherweise nicht in der Speciality Coffee Szene verwendet wird. Trotzdem hat uns der Eigengeschmack im Vergleich nicht überzeugt.

 

 

 

 

Geschmacksnoten

Unsere Meinung

Hario

leicht holzige Süße

relativ neutral

Chemex

starke Papiernote

neutral

CAFEC

kein Papiergeschmack

überzeugend geschmacksneutral

Kinto

säuerlich schal

Intensiver Papiergeschmack

Melitta

Unangenehm papierlastig

Zu starker Eigengeschmack

Sibarist

ganz leicht süßlich

neutral

 

 

Fazit: 

 

Alle Papiere sind vom Handgefühl und von der Papierqualität sehr hochwertig. Beim Geschmack und der Textur sind die größten Unterschiede bemerkbar. Gerade der Vergleich zwischen dem ungebleichten Papier von Melitta und den sauerstoffgebleichten anderen Papieren ist gravierend. Ungebleichtes Papier hat einen sehr pappigen Eigengeschmack, was das Endresultat einer Kanne Filterkaffee stark beeinflussen kann.

Papier gewonnen aus Hanf waren in unserem Vergleich am geschmacksneutralsten. Deshalb empfehlen wir immer ungebleichte Papiere, am besten aus Hanf zu verwenden. Auch die Textur und die Dicke des Papiers bestimmt den Geschmack des Filterkaffees. Im Endeffekt entscheidet die Porung, Faserung und die Dicke, wie natürliche Schwebstoffe und Öle des Kaffees abgebunden werden. Diese sind erst richtig unter dem Mikroskop erkennbar, aber beeinflussen den Endgeschmack des Kaffees ausschlaggebend.

 

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