Unser Kaffee aus Ruanda - Community Coffee Rwanda Projekt

Kaffee aus Ruanda zählt zu den Besten der Welt. Die feinen floralen und fruchtigen Noten machen den Kaffee so besonders. Daher darf Kaffee aus Ruanda auch in unserem Sortiment nicht fehlen. In den nächsten Zeilen zeigen wir dir, was hinter unserem Kaffee aus Ruanda steckt und vor allem wer für die hohe Qualität unseres Rohkaffees aus Ostafrika sorgt.

 

Eric Wright's Kaffeeprojekt - das Community Coffee Rwanda Project

 

Seit 2018 beziehen wir unseren gesamten Rohkaffee aus Ruanda über Eric Wright. Eric ist 32 Jahre jung und nicht nur mitverantwortlich für die gleichbleibend hohe Qualität unserer Kaffeelieferungen, sondern auch ein Stück weit für die Existenz von mehr als 800 Farmern, die für ihn arbeiten. Eigentlich hatte Eric ursprünglich nicht viel mit Kaffee am Hut. Der gebürtige Amerikaner studierte Jura und arbeitete einige Jahre als Rechtsanwalt in den Vereinigten Staaten.

Das Interesse und die Begeisterung für hochwertigen Kaffee entstanden erst über die Jahre. 2017 rief Eric das Community Coffee Rwanda Projekt ins Leben und pachtete eine Washingstation im Süden des Landes. 

Zwei Jahre später investierte Eric in ein Gebiet in Ruanda, das zur damaligen Zeit noch keinen Kaffee für den Export anbaute. Von den Einheimischen, die selten einen Weißen zu Gesicht bekommen, wird er zunächst mit Skepsis beäugt. Dennoch mietet Eric zwei Washingstations und macht es sich zum Ziel die Kultivierung und Vermarktung von Rohkaffee aus Ruanda zu fördern und direkt mit Kleinbauern vor Ort zusammenzuarbeiten. Um seine Ideen genauer zu erfahren, haben wir ein Interview mit Eric geführt.

 

Wie viele Washingstations betreibst du?

 

2019 habe ich zwei Washingstations für einen Zeitraum von 7 Jahren gepachtet: Karongi District und Ngororero District. Beide Bezirke befinden sich in der Westprovinz von Ruanda. Da den Kleinbauern die Mittel und das Wissen über die Pflege und Anbaumethoden der Kaffeepflanzen fehlten, wurde in der Region viele Jahre kein Kaffee angebaut.

 

Wer sind die Abnehmer deines Rohkaffees?

 

Ich verkaufe meinen Rohkaffee ausschließlich an befreundete Röstereien. Der persönliche Bezug zu meinen Abnehmern spornt mich zusätzlich an, eine durchwegs hohe Produktqualität zu verkaufen. Der hohe Anspruch an mich selbst führt wiederum oft dazu, dass ich einen Teil der Ernte aussortieren muss, um die entsprechend hohe Qualität zu gewährleisten.

Aber genau das unterscheidet mich von anderen Exporteuren: Für mich stehen die Qualität und nicht die Quantität des Rohkaffees im Vordergrund. Der Kaffee der letztendlich bei den Röstern ankommt soll dem Endverbraucher ein besonderes Geschmackserlebnis bescheren.

 

Wie viele Mitarbeiter beschäftigst du?

 

Derzeit beschäftige ich 800 Bauern und Manager. Bei meinem Manager-Team setze ich auf Mitarbeiter unter 25 Jahre. Denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese das Thema Kaffee als eine große Chance für sich und ihr Land erkennen. Die älteren Generationen hingegen sehen hauptsächlich den Profit, der an der Pflanze hängt. Dass die Kaffeepflanzen eine gewisse Pflege und Sorgfalt benötigen ist für sie oft schwer greifbar.

 

Wie stellst du eine gleichbleibende Qualität des Rohkaffees sicher?

 

Grundsätzlich ist es in Ruanda nicht einfach eine gleichbleibend hohe Kaffeequalität zu erzielen. Wie bereits erwähnt kümmern sich gerade die älteren Farmer nicht ausreichend um die Pflege ihrer Kaffeepflanzen. Dennoch erwarten die Farmer von mir eine konstante Vergütung. Meine Aufgabe ist es, ein Umdenken anzuregen und den Bauern beizubringen, dass eine besondere Pflege und die dadurch zu erzielenden hochwertigeren Erträge eine höhere Entlohnung mit sich bringen. Aktuell ist es leider immer noch der Fall, dass die Bauern auch minderwertige Kaffeekirschen zu den Washingstations tragen. Ich wiederum bin gezwungen die komplette Menge abzunehmen und zu entlohnen, obwohl sich nur ein geringer Anteil zur Weiterverarbeitung eignet.

 

Wie schulst du deine Mitarbeiter?

 

Ich zähle auf ein junges Team an Mitarbeitern. Diese werden in allen Bereichen zum Thema Kaffee geschult. Sogenannte Coffee Scouts gehen regelmäßig in die Berge und schulen die Farmer sozusagen in ihren eigenen Kaffeeplantagen. Sie zeigen ihnen wie die Kaffeepflanzen anzubauen sind, welche Pflege vorgenommen werden muss und woran der optimale Erntezeitpunkt der Kirschen zu erkennen ist. Zudem investiere ich in Sprayer, die die Pflanzen von Pestiziden befreien.

 

Was hat es mit Umusazi beziehungsweise Uruhu auf sich?

 

Ich hatte die Vision etwas Neues zu kreieren. Eine Marke die anders, außergewöhnlich und etwas verrückt ist. Mein Ziel war es, den süßlichen Geschmack aus der Kirschhaut in die Kaffeebohne zu bekommen und somit ein außergewöhnliches Geschmackserlebnis zu erziehlen. Bei dem gängigen Verfahren werden die Kaffeekirschen geerntet und anschließend die Kaffeebohnen von der umliegenden Haut befreit. Bei Uruhu hingegen wird die Frucht zusammen mit der Haut 72 Stunden lang in Tanks fermentiert und 32 Tage in der Sonne getrocknet. Anschließend werden die Rohkaffeebohnen insgesamt dreimal händisch sortiert. Im Moment gibt es in Ruanda zwei bis drei Produzenten die diese Art von Verarbeitung verfolgen.

Was unsere Charge so besonders macht, ist die intensive und sorgfältige Sortierung der Kaffeekirschen im Vorfeld. Bei uns werden nicht grüne, gelbe und rote Früchte zusammen geworfen, sondern präzise aussortiert. Zudem erhöhen wir den Zeitraum der Fermentation. Mit dieser Methode behalten wir das Aroma der Kirschfrucht in der Bohne. Im Grunde genommen ist der Prozess nichts Neues, denn in der Weinherstellung wird dieser Vorgang bei Natural Wines schon länger angewandt.

Selbstverständlich sollte der Kaffee auch einen entsprechend ausgefallenen und besonderen Namen bekommen. Umusazi bedeutet übersetzt verrückt. Jedoch war die Regierung Ruandas gegen diesen Namen. Daraufhin änderte ich ihn zu Uruhu, was so viel bedeutet wie Haut. Ich finde die Bezeichnung Uruhu äußerst treffend, denn gerade die Haut spielt eine große Rolle bei der Geschmacksgebung meines Kaffees.

 

Welche Projekte planst du für die Zukunft?

 

An Visionen und Ideen fehlt es mir definitiv nicht. Mein großes Augenmerk liegt natürlich darauf, den Bauern zu vermitteln, dass sie mir vertrauen können und ich auch zukünftig ihre Familien unterstützen will. Aktuell nutze ich die Zeit nach der Kaffeeernte, um die Farmer noch besser zu schulen und ihnen zu zeigen worauf es beim Kaffeeanbau ankommt. Denn gerade die Kleinbauern können ihren Lebensunterhalt nicht allein durch den Kaffeeanbau erwirtschaften. Deshalb möchte ich in Zukunft Anbau, Produktion und Export von Früchten, Honig, Wachs und anderen Produkten fördern und somit weitere Einkommensmöglichkeiten für die Farmer schaffen. Mein Ziel ist es, dass die Kleinbauern in Ruanda zukünftig ganzjährig besser von ihren Erträgen leben können.

 

Danke Eric und viel Erfolg weiterhin!