Drei Handmühlen im Vergleich

Ihr überlegt, euch eine Handmühle für euren Kaffee zu besorgen und seid unschlüssig, welche die richtige ist? Warum sollte man sich als begeisterter Kaffeetrinker überhaupt eine eigene Mühle besorgen?

Dafür gibt es einige gute Gründe, die wir euch anhand eines Vergleichs von drei Handmühlen zeigen möchten.

Zunächst ein paar grundsätzliche Kriterien, die fürs Kaffeemahlen eine Rolle spielen.

 

Kaffee verliert nach dem Rösten kontinuierlich Aroma. Die verschiedenen Aromen sind je nach Herkunftsland, Kaffeevarietät und Röstprofil ganz unterschiedlich. Für alle gilt aber, dass sie flüchtig sind und im Laufe der Zeit an Intensität verlieren. Sauerstoff, UV-Licht, Hitze und Feuchtigkeit sind die größten Feinde des Aromas. Durch die größere Oberfläche von gemahlenem Kaffee geschieht die Verflüchtigung des Geschmacksprofils noch schneller.

 

Da haben wir schon den entscheidenden Grund für eine eigene Mühle. Je frischer der Kaffee gemahlen wird, desto besser. Sobald Kaffee erstmal gemahlen ist, setzt er seine Aromen frei und verliert sie rasch. Am Besten mahlt man ihn daher für jede Portion frisch.

 

Für die Entscheidung zum Kauf einer Handmühle ist die Art des Mahlwerks maßgeblich. Es gibt verschiedene, am weitesten verbreitet sind flache oder konische Mahlwerke. Die konischen werden sehr häufig in Handmühlen oder bei langsameren elektrischen Standmühlen verbaut. Flache Mahlwerke hingegen werden zumeist in elektrischen Standmühlen verbaut, die mit höherer Geschwindigkeit höhere Mengen an Kaffee vermahlen müssen.

 

Konische Mahlwerke haben eine äußere, gezahnte und eine innere, konische Mahlscheibe. Die konische, innere Scheibe ist mit scharfen, spiralförmigen Zähnen besetzt. Der Mahlgrad kann durch Verstellen des Abstands der beiden Mahlscheiben angepasst werden. Je enger, desto feiner, je weiter auseinander, desto gröber wird gemahlen.

Die Optimierung dieser Einstellungen ist der Mühlenhersteller größtes Vorhaben, um Einheitlichkeit und Konsistenz zu erreichen. Da konische Mahlwerke auch bei geringer Geschwindigkeit sehr gut arbeiten, hat man viel Kontrolle über den Mahlvorgang. Die Mahlscheiben erzeugen wenig Wärme und arbeiten leiser als ihre flachen Gegenspieler. Da man mit wenig Kraft viel erreicht, sind sie eine ideale Wahl für Handmühlen.

 

Für die Herstellung der Mahlscheiben werden verschiedene Materialien genutzt, wie z.B. Keramik, Edelstahl und andere Varianten aus Stahl. Keramik ist besonders abnutzungsresistent, wohingegen Stahl schärfer ist, diese Schärfe aber mit der Zeit einbüßt. Je schärfer die Mahlscheiben sind, desto besser ist es jedoch. Denn je mehr die Bohnen wirklich zerschnitten statt zerbrochen werden, desto klarer ist am Ende der Geschmack in der Tasse. Um die Schärfe zu erhalten nutzen manche Hersteller spezielle Legierungen.

 

Da Handmühlen naturgemäß mit relativ geringer Geschwindigkeit betrieben werden entstehen nur wenige Feinpartikel (sog. fines) und eine sehr einheitliche Partikelgröße, was zu einer einheitlichen Extraktion führt. Wie wirkt sich das nun alles im resultierenden Tassenprofil aus?

Wenn wir hochwertigen, langsam und handwerklich gerösteten Kaffee verwenden, haben wir schon mal die besten Voraussetzungen, um eine wunderbare Tasse zu erhalten. Durch die Kaffeemenge und den Mahlgrad können wir direkt beeinflussen, wie unser Kaffee schmecken soll. Bei der Qualität unseres Mahlguts sind wir anhängig von der einheitlichen und konsistenten Leistung unserer Mühle. Die Auswirkungen davon machen sich in der Klarheit der Tasse unmittelbar bemerkbar.

Je einheitlicher eine Mühle mahlt, desto klarer ist die Tasse und desto mehr unterschiedliche Aromen lassen sich heraus schmecken. Wenn die Mahlung uneinheitlich ist, kann das zu bitteren, adstringierenden und matschig-verschwommenen Tönen führen. Unter diesen Gesichtspunkten haben wir drei Handmühlen getestet und miteinander verglichen.

 

Hario Skerton PLUS

Die Hario Skerton PLUS ist eine gute Handmühle für zuhause und unterwegs. Sie ermöglicht mit ihren abnutzungsresistenten Keramikmahlscheiben eine günstige Alternative zu den teuren elektrischen Kaffeemühlen. Dafür liefert sie sehr gute Mahlergebnisse. Das Mahlen ist einfach und vor allem in mittel bis groben Einstellungen erreicht man gute, einheitliche Ergebnisse. Die Mahlstärke kann mithilfe eines kleinen Rädchens angepasst werden, von Espresso-fein bis French-Press-grob. Einmal die passende Einstellung gefunden, kann man sie mit einer kleinen Schraube fixieren. Die Skerton ist eine sehr gute Einsteigermühle.

 

Comandante C40 MK3

Gebaut von Kaffeeprofis für Kaffeeliebhaber, ist die Comandante C40 MK3 eine extrem robuste, hoch performante Mühle aus rostfreiem, besonders hartem Stahl. Es wird eine spezielle Legierung verwendet, die den Stahl außerordentlich widerstandsfähig und abnutzungsresistent macht. Nach dem Aushärten werden die Mahlscheiben nochmals geschärft. Dies ermöglicht einen fantastischen Schnitt der Bohnen, ohne sie zu brechen. Auch Einstellen lässt sich die Mühle sehr präzise. Mithilfe eines Rädchens auf der Unterseite lässt sich der Mahlgrad super einfach verändern. Man zählt einfach die Zahl der Klicks und kann sich anhand einer Empfehlung für jede Brühmethode an die perfekte Mahlung annähern.

Das Doppellager und die magnetisch angebrachte Kurbel machen die Handhabung kinderleicht. Die Comandante C40 MK3 wurde in Deutschland entwickelt und wird in der Manufaktur südlich von München gebaut. Wer bei einer Handmühle keine Kompromisse eingehen möchte, hat mit der Comandante die beste Wahl für alle Mahlstufen.

 

1Zpresso

Die 1Zpresso wurde von Specialty-Coffee-liebenden Ingenieuren entwickelt. Diese Kombi merkt man ihren Produkten sofort an. Es sind schlau entwickelte Produkte, die von Nutzern für Nutzer gemacht werden. Ihre cleveren Designs wurden 2018 mit dem Red Dot Design Award gewürdigt.

Die beiden Handmühlen JX Pro und die K-Plus können problemlos auseinander genommen und wieder zusammengesetzt werden, was ihre Reinigung und Pflege super einfach macht. Die JX Pro ist die Rundum-Lösung in der mittleren Preisklasse. Ausgestattet mit einer 48 mm dicken, konischen Mahlscheibe aus rostfreiem Stahl passiert der Mahlprozess sehr zügig. Die Justierung des Mahlgrads kann anhand von Nummern sehr fein vorgenommen werden. Die Achse ist mit der inneren Mahlscheibe verbunden und erlaubt eine konsistente Mahlung.

 

Dem Red Dot Gewinner folgte kürzlich die K-Plus. Ihr äußerer Ring zur Einstellung des Mahlgrads anhand von neun Zahlen, die jeweils nochmals in zehn Feinstufen unterteilt sind, macht die Anpassung an den gewünschten Mahlgrad extrem einfach. Der magnetische Mahlgutbehälter unterstreicht die nutzerfreundliche Handhabung. Die Mahlergebnisse sind von grob bis fein extrem konsistent.

Die K-Plus steht für Präzision und Konsistenz.

 

Tipp: Verwahrt euren Kaffee nicht im Kühlschrank. Kaffee nimmt Fremdgerüche sehr schnell auf und die Temperaturänderung sorgt für Kondensation und Feuchtigkeit im Kaffee. Beides wirkt sich negativ auf die Qualität und den Geschmack des Kaffees aus. Nehmt lieber einen luftdichten Behälter und lagert euren Kaffee bei Zimmertemperatur.