Direct Trade und Zertifizierungen bei Wildkaffe

09.06.2017

Der direkte Kaffeehandel (oder auch Direct Trade) sowie verschiedene Kaffeezertifizierungen stellen momentan die modernsten Trends im Kaffeehandel dar. Deswegen haben wir uns entschieden euch zu beschreiben, worum es eigentlich geht und wie Wildkaffee zu diesen Themen steht. Die bekannteste Zertifikate, die ihr bestimmt bereits kennt, sind die Bio Zertifizierung und FairTrade.

 

Europäisches staatliches Bio-Siegel

Manche Produkte von Wildkaffee haben das EU Bio-Siegel (ein Euro-Blatt auf grünem Hintergrund). Das Bio-Siegel kennzeichnet Produkte, die mindestens den Anforderungen der EG-Öko-Verordnung genügen und kennzeichnet Produkte aus kontrolliert biologischem Anbau. Laut Vorschrift der EU darf ein Produkt das Europäisch staatliche Bio-Siegel bekommen, wenn höchstens 0,9% gentechnisch verändertes Material enthalten ist und mindestens 95% der Inhaltsstoffe aus Öko-Anbau kommen. Nicht alle Produkte von Wildkaffee sind Bio zertifiziert. Allerdings können wir unseren Kunden vergewissern, dass die Kaffeebauern, von denen wir unseren Rohkaffee beziehen, ökologisch, verantwortungsbewusst und nachhaltig anbauen und nur ihre besten Rohkaffees liefern. Aufgrund der Kosten für die Bio Zertifizierung ist es für viele Farmer schwierig diese zu erwerben, obwohl sie in die Rahmbedingungen anpassen.

 

Wildkaffee und FairTrade

Als FairTrade wird ein kontrollierter Handel bezeichnet, bei dem den Erzeugern für die gehandelten Produkte oder Produktbestandteile meist ein von den einzelnen FairTrade-Organisationen unterschiedlich bestimmter „Mindestpreis“ bezahlt wird. Damit soll den Produzenten auch bei niedrigeren Marktpreisen ein höheres und verlässlicheres Einkommen als im herkömmlichen Handel ermöglicht werden. Neben anderem müssen die Produzenten auch garantieren, dass es bei der Produktion im Rahmen von FairTrade keine Kinderarbeit gibt.

Von unserer Seite wird sehr geschätzt, dass durch FairTrade laufend die Problematik der Lebensmittelproduktion in dritten Länder erwähnt wird. Dadurch wird auch den Konsumenten weltweit kontinuierlich bewusst, was genau sie konsumieren und unter welchen Umständen die Lebensmittel bis zum Konsumententisch kommen. Auch wenn die Vorteile von FairTrade eine deutlich positive Wirkung haben, sind wir davon überzeugt, dass es auch anders und sogar noch besser im Kaffeehandel laufen kann. Wir glauben, dass der direkte Kaffeehandel eine tolle und sogar noch bessere Alternative zu FairTrade darstellt.

 

Die Kontrolle, wie auch die Kommunikation mit den Farmer, ist bei FairTrade deutlich schwieriger als beim Direct Trade. Es dürfen nämlich keine privaten Farmer FairTrade zertifiziert werden, da eine FairTrade Lizenz nur eine Genossenschaft bekommen darf. Als Teil einer Genossenschaft ist der Farmer in seiner Entscheidungsfreiheit eingeschränkt, da er teilweise von seiner Genossenschaft abhängig ist.

 

Direct Trade

Beim Direct Trade geht es darum, dass der Röster die Kaffeebohnen von einem Farmer kauft mit dem er persönlich im Kontakt steht. In diesem Prozess ist dann keine Drittperson beteiligt. Das ermöglicht dem Röster seine Produkte transparent anzubieten.

Bei der Verarbeitung des Kaffees legen unsere Röster Stalti und Hardi ein großes Augenmerk darauf, dass sich die für das Herkunftsland charakteristischen Eigenschaften eines Kaffees immer herausschmecken lassen und ihre regionalen Besonderheiten perfekt zur Geltung kommen. Wir unternehmen immer wieder Reisen zu den Kaffeeplantagen um die guten Beziehungen zu den Kaffeebauern zu pflegen und um die Qualität des Rohkaffees direkt vor Ort zu kontrollieren. Das ermöglicht uns eine hervorragende Qualität anbieten zu können und vor allem unsere Kaffeekenntnisse kontinuierlich zu erweitern.

Die erste Reise von Hardi (damals nach Guatemala) fand schon im Jahr 2009 statt und seit damals besuchen wir unseren Farmer regelmäßig. Mittlerweile handeln wir direkt mit unseren Farmer aus Nicaragua, Panama, Brasilien, Kolumbien und Burundi, wobei Burundi unseren Kunden derzeit wahrscheinlich am bekanntesten ist. In Burundi beziehen wir seit vier Jahren über Ben Carlson Rohkaffee und unterstützen damit das Long Miles Coffee Project. Ben Carlson und seine Familie leben vor Ort und arbeiten mit rund 4500 Farmerfamilien zusammen denen sie bei der Entwicklung und Kaffeekultivierung helfen. Zur Unterstützung des Projekts spenden wir pro verkauften Päckchens unseres Burundikaffees 0,50€ in laufende Projekte wie z.B. die Ausbildung der Kinder von Farmern und der umliegenden Dörfer. Selbstverständlich kann jeder auch ungebunden an unsere Produkte an das Projekt spenden. Mehr über unserem Burundi Projekt erfahrt ihr hier.

 

Die Qualität steht bei Wildkaffee an erster Stelle

Wir glauben, dass für uns Direct Trade die beste Lösung im Kaffeehandel darstellt. Es bietet für uns die beste Möglichkeit der Qualitätskontrolle und detaillierte Einblicke in die Lebensbedingungen der Farmer. FairTrade sowie Bio-Zertifizierung stellen nämlich kein Qualitätssiegel dar. Es freut uns sehr, dass wir mit dem was wir machen, Menschen etwas Gutes tun können. Den Kaffeebauern gegenüber mit einem fairen und freundschaftlichen Umgang und unseren Kunden gegenüber mit exzellenten Genusserlebnissen. Das ist unsere langfristige Einstellung und natürlich wollen wir euch auch direkt an unserer Leidenschaft teilhaben lassen.

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